A weekend in the Blue Mountains
Am zweiten Wochenende im Dezember haben wir es dann auch nach sieben Monaten in Newcastle in die Blue Mountains, einem der Touristen-Ziele in der weitläufigen Gegend um Sydney und wenn man überhaupt mal in Australien ist. Mitte November buchten, wir uns ein AirBnB in Lawson und morgens am 07. Dezember ging es dann los in Richtung Sydney. Man könnte sich fragen, wieso nicht im Katoomba, dem "Zentrum" der Blue Mountains. Die Antwort, wenn man etwas mehr von den Blue Mountains sehen will, ist es relativ egal wo man übernachtet. Die Blue Mountains erstrecken sich nämlich über ein Gebiet so groß wie das Bundesland Saarland. Und so groß wie die Blue Mountains sind, so viele Bilder hat auch dieser Beitrag 😅
Inhalt
- Die Unterkunft
- Wentworth-Falls
- Jenolan Caves
- Sunset Lookout
- Pulpit Rock Lookout
- Lincoln Rock (Sonnenuntergang)
- Three Sisters
1. Anfahrt und Unterkunft
Unser Auto war eine unserer Sorgen bei der Fahrt in die Blue Mountains. Bisher gab es zwar keine Probleme, außer dass die Elektonik-Kontroll-Leuchte ab und zu mal anging, aber es fuhr wunderbar. Umso besser noch mit der kürzlich erst reparierten Lüftung. Die machte zwar noch Geräusche, das war aber erträglich. Aber auf der Hinfahrt lief alles problemlos. Einzig die Temperaturen machten uns zu schaffen. Es sollte das ganze Wochenende mehr als 30°C geben und bei Sydney hatten wir gegen 13 Uhr auch 30°C, die sich im Auto (mit defekter Klima) um einiges wärmer anfühlten 😅. Gegen 14 Uhr waren wir dann an unserer Unterkunft, die uns beide an unsere Heimar erinnerte, weil der Garten so liebevoll gestaltet war. Aber auch innen war alles super und wir hatten sogar Frühstück in Form von Toast, Müsli, Oats, Marmelade und Milch, was für ein AirBnB eher außergewöhnlich ist.
2. Wentworth-Falls
Kurz umgezogen, sonnengecremt und Moskito-Spray gesprüht ging es dann los zu unserem ersten Ziel, den Wentworth-Falls. Kurz nach dem Loslaufen vom Parkplatz gab es dann unseren ersten Ausblick über die Blue Mountains. Unser erster Track sollte zuerst zu den Wentworth Falls selbst gehen und dann von dort aus auf einem Rundweg zurück.
Nach einem weiteren Lookout mit Foto gab es dann den ersten Blick auf die Wasserfälle selbst. Der Jahreszeit Sommer entsprechend, waren das natürlich keine Niagara-Fälle, aber dennoch ein schönes Naturschauspiel.
Von dort aus ging es dann einen steilen Weg mit in den Stein gehauenen Stufen, die recht hoch und teilweise auch rutschig waren, aber unten angekommen einen wunderschönen Blick auf den Wasserfall offenbarten.
Nach ein paar mehr Fotos ging es dann wieder die Stufen hinauf. Wir begeneten übrigens auch hier schon deutlich mehr Echsen und auch einer Spinne. Natur eben 😊
Wieder oben angekommen nutzten wir die Gelegenheit, dass etwas weniger los war und machten noch mal ein gemeinsames Bild bevor es dann zum Undercliff-Track ging um den Rundkurs zu beenden.
Am Abend gönnten wir uns dann eine Steinofenpizza in Katoomba (ja wir testen immer weiter 😅). Der Boden und Teig waren super, der Belag klang zwar sogar italienischer, war dann allerdings nach australischer Vorliebe leider arg würzig war. Dann ging es noch kurz ins Coles einkaufen, für die Verpflegung tagsüber hatten wir uns nämlich unsern Sandwich-Toaster mitgenommen, um den Urlaub sparsam zu halten. Nach einem Feierabend-Cider fielen wir dann beide wie ein Stein ins Bett. Der Schlaf war bei uns beiden aber nicht allzu gut. Nun ja, nach dem Leben in der Stadt, muss man sich an die Naturgeräusche erst mal wieder gewöhnen. Bei uns bestanden die aus nächtlichen Besuchen von Oppossums auf dem Dach der Hütte und lauten Vogel-Geschrei am Morgen. Es gab aber nicht nur Geräusche, sondern auch den ein oder anderen Käfer und Spinnen die abends oder morgens durch den Raum stolzierten und rausgeworfen werden mussten. Denise hab ich das dann erst am Rückweg nach Newcastle erzählt, da sie sonst wohl nicht so gut geschlafen hätte 😅
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3. Jenolan Caves
Nach diesem schon so wunderbaren Start in den Urlaub hatten wir für den zweiten Tag auf Empfehlung von einem von Denise' Arbeitskollegen eine Tour zu den Jenolan Caves geplant. Die Höhlen liegen etwa 1,5h Stunden von Lawson entfernt und gehören zu den ältesten Höhlen der Welt. Die Steinformationen, die sich innerhalb gebildet haben, sind teilweise durch Erdverschiebung und teilweise durch die typische Stalagtit- und Stalagmit-Bildung über Millionen von Jahren entstanden. Alleine 1cm³ Tropfstein benötigt 10 bis 100 Jahre für die Entstehung. Bei den Jenolan-Caves gibt es zig verschiedene Höhlen, die leider alle Eintritt kosten, da man sie nur geführt betreten kann. Lediglich die Nettle Cave ist als selbstgeführte Tour mit einer App machbar. Um dorthin zu gelangen benötigt man aber etwas Zeit, die wir am Ende nicht mehr hatten.
Auf dem Weg zu den Höhlen kann man die Vielfalt der Landschaft beobachten, die an manchen Stellen sogar an die Alpen erinnern.
Mit Tickets bepackt ging es dann in die Lucas Cave, die als am vielfältigsten von der Größe der Räume und auch Steinformationen beschrieben wird. Die Tour wird außerdem nur für Leute mit durchschnittlichem Fitness-Level empfohlen, da knapp 1000 Stufen gestiegen werden wollen. Nachfolgend gibt es ein paar Eindrücke der Höhlen.
In den Höhlen sind es übrigens ganzjährig 15°C unabhängig von der Außentemperatur, also auch eine willkommene Abkühlung bei dem warmen Wetter. Vom Mittagessen gestärkt und wieder in kurzen Klamotten ging es dann weiter, die Gegend um die Höhlen noch etwas zu erkunden. Angefangen mit dem Blue Lake, der von den verschiedenen Höhlensystemen gespeist wird. Das Wasser sieht dabei so blau aus, weil es stark kalkhaltig ist.
Unser letztes Ziel bei den Jenolan Caves sollte dann noch Devils Coachhouse sein, wozu wir etwas die Hügel rundherum erklimmen mussten, um dann noch einmal mit schönen Ausblicken belohnt zu werden.
Auf dem Rückweg nach Lawson steuerten wir dann noch drei verschiedene Lookouts an, die in den folgenden Abschnitten zu sehen sind.
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4. Sunset Lookout
Der erste Lookout, den wir ansteuerten, war der Sunset Lookout, der (trotz des Namens) zu den weniger bekannten Lookouts gehört. Jedenfalls ist er nicht so aktiv ausgeschildert, d.h. man muss vorher wissen wo man hin will. Außerdem ist er weniger gut gesichert als andere, es gibt nämlich kein Geländer an der steilen Fels Klippe. Jedenfalls ist es ein weiterer Ort mit atemberaubenden Ausblicken und bot sich ideal für weitere Erinnerungsfotos an.
An dieser Stelle waren wir beide übrigens recht ausgetrocknet und verzweifelt auf der Suche nach einem Trinkbrunnen. Wegen Wasser-Problemen bei den Jenolan Caves konnten wir unsere jeweils zwei Flaschen leider dort nicht auffüllen. Auf dem Weg zum nächsten Lookout sind wir dann aber glücklicherweise fündig geworden.
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5. Pulpitt Rock Lookout
Den Pulpitt Rock Lookout zu besichtigen, war mehr oder weniger eine zufällige Entscheidung auf Basis von Google Maps dank guter Bewertungen und Erreichbarkeit. Außerdem wollten wir mal eine Aussicht von der anderen Seite des Great Western Highway sehen. Auch wenn die Bilder auf Google nicht allzu aussagekräftig waren, machten wir uns auf den Weg über die auf den letzten zwei Kilometern dann nicht mal mehr geteerte Straße durch eine schöne Allee. Die Unebenheiten waren mit den knarzenden Federn an unsere Auto zugleich spaßig und beunruhigend 😅
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Einen kurzen Bushwalk später wurden wir dann aber mit einer unglaublich schönen Aussicht belohnt, einem rundumblick in ein Tal, das abgesehen von den vielen Bäumen sehr an den Grand Canyon erinnerte, aber seht selbst 😉
Das bot dann natürlich Gelegenheit für weitere wundervolle Fotos um die Erinnerungen festzuhalten.
Dieser Aussichtspunkt war definitiv unser absoluter Höhepunkt von allen von uns besichtigten Orten. Nicht nur wegen der Aussicht, auch wegen der Abgeschiedenheit und Ruhe, außer uns waren vielleicht noch 5-6 andere Leute dort, absolut kein Vergleich zu den Massen, die zum Beispiel bei den Wentworth-Falls (oder noch schlimmer einen Tag später bei den Three Sisters) unterwegs waren. Typisch australisch wurden wir auch wieder von einer Australierin angesprochen, die auch genau diese Ruhe zu schätzen wusste und deshalb der Pulpitt Rock ihr Lieblingsplatz in den Blue Mountains ist. Weil es so schön war gibt es zum Abschluss dieses Abschnitts noch ein paar mehr Bilder 😋
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6. Lincoln Rock (Sonnenuntergang)
Von dort aus ging es dann weiter zum letzten Ziel an diesem zweiten Tag, dem Lincoln Rock, der im Internet als einer der besten Plätze in den Blue Mountains zum Sonnenuntergang anschauen gelobt wird und auch oft auf Fotos zu sehen ist, auf denen es aussieht als würde man direkt auf einer Klippe sitzen. Der Bekanntheitsgrad lag jedenfalls deutlich höher als beim Pulpitt Rock. Als wir ankamen war es noch recht ruhig mit etwa 10 anderen Leuten dort. Als der Sonnenuntergang dann näher rückte füllte sich recht schnell der gesamte Aussichtspunkt mit Picknickern und Leuten die ein Glas Wein oder ein Bier zum Sonnenuntergang tranken.
Auch am Ende dieses Tages fielen wir beide wie zwei Steine ins Bett 😅
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7. Three Sisters
Nach dem vollgepackten zweiten Tag, hatten wir für den letzten Tag nicht mehr allzu viel geplant, unter anderem auch weil wir um die Mittagszeit die knapp vierstündige Rückfahrt nach Newcastle geplant hatte, um noch etwas Ruhe am Abend zu haben bevor Denise dann ihre zwei Wochen Vollzeit-Arbeit startete. Bei der Verabschiedung von unseren Hosts kamen wir noch kurz auf das Thema Weihnachten zu sprechen. Die Frage ob wir denn in Weihnachtsstimmung seien, konnten wir einstimmig verneinen, da es sich durch das warme Wetter einfach nicht wie Weihnachten anfühlte. Die Australiern hingegen erzählte uns, dass sie das gleiche Gefühl bei ihrer Reise in Europa über Weihnachten hatten (die beiden hatten Verwandschaft in Deutschland) und dort mit dem kalten Wetter und Schnee so gar nicht in Weihnachtstimmung kam. Etwas als "normal" zu empfinden, hängt also viel damit zusamen wie man aufgewachsen ist, bzw. es kennen gelernt hat.
Also ging es zum gut erreichbaren Echo Point in Katoomba mit einem der Hauptwahrzeichen der Blue Mountains, den Three Sisters. Der Name geht übrigens auf eine alte Legende der Ureinwohner des Landes zurück. Kurz gefasst geht es darum, dass drei Schwestern sich in Männer eines anderen Stammes verliebten, diese aber wegen der geltenten Stammmesgesetze nicht heiraten konnten. Weil die Männer des anderen Stammes das nicht akzeptieren wollten und die Schwestern mit Gewalt in einem Stammeskrieg an sich nehmen wollten, wurden sie von einem der Ältesten in Stein verwandelt. Der Älteste starb in dem Kampf und so konnten die Schwestern nicht mehr zurück verwandelt werden (Wikipedia).
Also ging es zum gut erreichbaren Echo Point in Katoomba mit einem der Hauptwahrzeichen der Blue Mountains, den Three Sisters. Der Name geht übrigens auf eine alte Legende der Ureinwohner des Landes zurück. Kurz gefasst geht es darum, dass drei Schwestern sich in Männer eines anderen Stammes verliebten, diese aber wegen der geltenten Stammmesgesetze nicht heiraten konnten. Weil die Männer des anderen Stammes das nicht akzeptieren wollten und die Schwestern mit Gewalt in einem Stammeskrieg an sich nehmen wollten, wurden sie von einem der Ältesten in Stein verwandelt. Der Älteste starb in dem Kampf und so konnten die Schwestern nicht mehr zurück verwandelt werden (Wikipedia).
Während die Legende noch schön klingt, war unser Besuch dort eher enttäuschend. Es war nämlich einfach viel zu viel los dort. Busse brachten gefühlt im Minutentakt weitere Leute an den Aussichtspunkt und so war ein genießen der Aussicht oder schöne Bilder nicht zu denken. Man wurde teilweise sogar von anderen weggeschoben, die sich für ein Bild nach vorn drängelten. Nichtsdestotrotz haben wir auch ein paar Bilder machen können und haben eine kleine Wanderung gemacht.
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Mit diesen weiteren Ausblicken und Erinnerungen im Kopf ging es dann auf den Rückweg. Unterwegs machten wir (traditioniell) noch einen kurzen Stop bei McDonald's für einen leckeren Milchshake, um sich bei der Hitze etwas abzukühlen.
Während unser Auto sich auf der Hinfahrt noch tadellos verhalten hatte, gab es auf der Rückfahrt dann leider Probleme. Kaum von der Autobahn runter und in Sydney an der ersten Ampel, ging der Motor nach kruzem Quälen vorher einfach aus. Er lies sich zwar wieder normal starten danach, dennoch ist es nervig mitten im Stadtverkehr den Motor ständig neustarten zu müssen. Wer sich fragt, wieso wir nicht einfach auf der Autobahn geblieben sind: Wegen der Maut. Viel befahrene und neu angelegte Umgehungsstraßen können erheben nämlich Mautgebühren, zu denen die Westumfahrung von Sydney auch gehört. Eine Zeitersparnis von 10 Minuten war uns allerdings keine 5-10 Dollar wert.
In der Mitte zwischen Sydney und Newcastle fiel dann auch mal wieder das Gaspedal mitten auf der Autobahn aus. Nach kurzer Wartzeit am Stanndstreifen in einer Kurve (allzu sicher haben wir uns dabei nicht gefühlt) konnten wir das Auto aber auch wieder neustarten und ohne Probleme die restlichen 1,5h fahren. Nichtsdestotrotz war ein neues To-Do für mich, doch mal nach den elektrischen Verbindungen zu schauen, die laut Internet als Hauptproblem bei diesem Modell herangezogen werden.
Das war es dann auch schon wieder mit unserem wunderbaren Wochenendtrip. Im nächsten Beitrag gibt es die ersten Luftbilder von den ersten Flugversuchen mit unserer neuen Drohne 😎
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