Review of the second Trimester at UoN

Im zweiten Trimester standen überwiegend Wahl-Kurse auf dem Plan. Ingesamt belegte ich in diesem Trimester drei Kurse wie folgt: Organisational Behaviour and Design (Verständnis von Organisationen) von den Pflichtkursen und Managing under Uncertainy (Managing unter Unsicherheit)  und Advanced Communication Skills (erweiterte Kommunikationsfähigkeiten) von den Wahlkursen. Mein Vorlesungsplan sah dieses Mal etwas anders aus, da der Kurs Advanced Communication Skills im Seminarmodus innerhalb von einer Woche gehalten wurde, statt wie die anderen beiden Kurse mit jeweils drei Stunden pro Woche. Im Rest des Beitrags fasse ich wieder grob meine Highlights aus den jeweiligen Kursen zusammen. 

Organisational Behaviour and Design

Dieser Kurs sollte eigentlich im allerersten Trimester belegt werden, da ich aber auch Marketing und Accounting in meinem ersten Trimester belegt hatte konnte ich nicht auch noch in OBD, weil es mit einer der anderen Vorlesungen kollidierte. Im großen und ganzen vermittelt der Kurs  Grundlagen zum menschlichen Verhalten am Arbeitsplatz und liefert Theorien und Bezugssysteme mit dem sich das Verhalten erklären lässt, bzw. auf dessen Basis man positive oder negative Konsequenzen vorhersehen kann. Dabei deckt der Kurs das individuelle Verhalten (in Bezug auf Persönlichkeit, Wahrnehmung und Werte), Motivation, Gruppen, Macht und Politik in Unternehmen, Führungsstile und auch Struktur, Kultur und Veränderung in Unternehmen ab. Persönlich habe ich von diesem Kurs sehr viel lernen können rückblickend auf die Zeit bei meinem vorherigen Arbeitgeber. Dort lief ja nicht alles immer so positiv und OBD lieferte die theoretische Basis zum eigentlich schon vorhandenen Selbstverständnis, was alles hätte anders bzw. besser gemacht werden müssen.
Viele Themen des Kurses hatten dabei Überschneidungen mit der Psychologie, weswegen ich persönlich den Kurs auch sehr spannend fand. Außerdem war der Kurs so angelegt, dass 50% der drei Stunden Vorlesung waren und in der restlichen Zeit gemeinsam Fallstudien auf Basis des jeweiligen Vorlesungsthemas analysiert wurden. Zu Beginn noch gemeinsam in der kompletten Gruppe und später als eines der Gruppen-Hausarbeiten in Präsentationsform. Neben der Gruppenpräsentation gab es noch eine wissentschaftliche Arbeit, was gleichzeitig meine erste überhaupt wissenschaftliche Arbeit war. Ziel war es zu einem recht eng vorgegebenen Themenbereich in Bezug auf Motivation von jungen und alten Mitarbeitern zugleich, die letzten Erkenntnisse aus Studien bzw. Artikeln aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren und zu einem eigenen Schluss zu kommen. Dieser Hausarbeitstyp fiel mir ehrlich gesagt wahnsinnig schwer, weil man sher breit gefächert lesen musste um dann die relevanten Dinge für seinen eigenen Aufsatz zu extrahieren, was extrem viel Zeit in Anspruch nahm. Die Mühen hatten sich allerdings gelohnt, weil ich am Ende neben vier anderen Studenten die Bestnote erzielen konnte.

Managing under Uncertainty

Der Fokus in Managing under Uncertainty lag auf dem Treffen von Entscheidungen als Hauptbestandteil vom Management. Neben verschiedenen Entscheidungsfindungsmodellen wurden die Einflussfaktoren auf individuelle, gruppen und auch organisatorische Entscheidungen beleuchtet und auch Themen wie Macht und Politik oder auch Verhandlungen thematisiert. Auch wenn sich die Inhalte dabei teilweise mit denen von OBD überschnitten, war es aus meiner Sicht eine gute Ergänzung, da zum Beispiel ja die Persönlichkeit oder kultureller Hintergrund nicht nur das Verhalten im Untnehmen sondern auch Entscheidungen betrifft. Trotz der sehr großen Anzahl an Studenten (etwa 100) war der Kurs auf einen Dialog ausgelegt, da es bei Entscheidungen oftmals kein richtig oder falsch gibt, sondern es darauf ankommt wie man die Entscheidungen trifft. Witzig war allerdings, dass ich in der allerersten Vorlesung bei der Suche nach einem Tisch (inklusive potentiell motivierter Gruppe, nach den schlechten Erfahrungen aus Accounting im letzten Trimester) unter den ganzen 100 Stundenten den einen Tisch ausgesucht  habe, an dem die drei einizgen anderen Deutschen in diesem Kurs saßen 😅
Das Ziel war ein besserer Entscheider zu werden und das nicht nur auf die Arbeit bezogen, sondern in allen Lebensbereichen. Was mir persönlich auch schon nach kurzer Zeit nach der Vorlesung aufgefallen ist, ist dass ich tatsächlich mein eigenes Handeln bzw. meine Motivation bei alltäglichen Entscheidungen mehr in Frage stelle als vorher. Als einfaches Beispiel beim Einkaufen im Supermarkt stelle überdenke ich Impulse etwas zu kaufen, weil man oft das ein oder andere Lebensmittel gar nicht braucht, sondern einfach gerade hungrig ist.
Besonderes Highlight an diesem Kurs war der Dozent selbst, der gerade mit seiner eigenen Doktorarbeit fertig geworden war und den Kurs das zweite Mal lehrte. Die Vorlesungen waren nie langweilig, weil er die Folien auch nicht einfach nur ablas, sondern immer den Zusammenhang zu anderen bisherigen Themen herstellte und viele Beispiele aus seinem eigenen (ggfs. fiktiven) Leben einbaute. Diese Beispiele drehten sich dann oft um Alkohol, ob zum Beispiel ein Bier zum Frhstück die richtige Wahl wäre oder vor der Vorlesung noch einen Abstecher in die Kneipe zu machen, um den persönlichen Einfluss beim Entscheidungen treffen zu illustrieren. In seinem Fall scheint das nämlich eine Vorliebe zum Trinken gewesen zu sein 😅
Die Hausarbeiten erstreckten sich von einer kommentierten Bibliografie als Gruppenarbeit, über eine Reflektion über die Entscheidungen, die man beim Erstellen dieser Arbeit individuell und als Gruppe getroffen hat, bis hin zu einer weiteren wissenschaftlichen Diskussion auf Basis der Bibliografie aus der ersten Gruppenarbeit. Die Abschlussprüfung in diesem Kurs war auch eine Neuheit mit einem Take-Home-Exam. Bedeutet, man hat während der Prüfungswoche 48h Zeit eine gegebene Aufgabe (in diesem Fall die Analyse einer Fallstudie) zu lösen und mindestens 1000 Wörter zu tippen. Ungünstigerweise waren diese 48h bei mir über ein Wochenende an dem wir am Freitag und Samstag auf Parties eingeladen waren. In meinem Fall erhöhte das allerdings die Motivation schnell fertig zu werden 🙈

Advanced Communication Skills

Dieser Kurs war bei der Einschreibung wie auch das ganze Trimester über mein Favorit. Im Kurs ging es nämlich darum, Strategien zu vermitteln wie man am besten mit Konfliktpersönlichkeiten umgeht. Konflikte gibt es ja im privaten sowie auch im professionellen Arbeitsumfeld und während meiner Zeit als Projekt-Manager waren Konflikte wie auch Konflktpersönlichkeiten kein Fremdwort für mich.
Die Zusammensetzung der Studenten in diesem Kurs war dabei auch sehr wertvoll. Während der Großteil aus Jura-Studenten im Master bestand, die aus allen Altersklassen kamen, befanden sich auch Teilnehmer eines speziellen Jura-Doktor-Programms der Uni, die zum Teil medizinischen Hintergrund hatten oder auch Personalleiter großer Firmen waren. Der Dozent in diesem Kurs, Bill Eddy, wurde extra aus Amerika für die Seminarwoche eingefolgen. Nach einem beruflichen Werdegang vom Kindergärtner über die Ausbildung zum Anwalt und Mediator ist er Mitbegründer eines Instituts für Konfliktbewältigung und hat  mehrere Bücher in diesem Bereich geschrieben. Zwei davon kann ich nur wärmstens bei Interesse in diesem Feld empfehlen, zum Einen "High Conflict Personalities in Legal disputes" und zum Anderen "It's all your fault at work!". Während das erste mehr den Fokus auf juristische Angelegenheiten legt, ist das zweite speziell für den Umgang mit Konfliktpersönlichkeiten im Arbeitsumfeld. Beide definieren dabe Konfliktpersönlichkeiten in Bezug zu Persönlichkeitsstörungen wie Narzismus, Borderline oder Theatralik. Basis ist das jeder Mensch bestimmte, mehr oder wenier stark ausgeprägte  Züge dieser Störungen hat und die Kenntnis dessen dabei hilft die richtigen Umgangsformen, bzw. den richtigen Zugang zu den Personen zu finden. Die Beziehung zu jemandem ist nämlich die wichtigste Grundlage in einer erfolgreichen Zusammenarbeit.
In der Vorlesung wurden dann verschiedene Methoden vorgestellt die dann auch in Rollenspielen getestet wurden. Um eine kurz anzureißen: E.A.R. statements (Trademark of HCI) sind die allen anderen zugrundeliegende Basis und können in allen Lebenslagen eingesetzt werden. Ziel ist es einer aufgebrachten Konfliktperson eine kombinierte Antwort aus Empathie, Aufmerksamkeit und Respekt zu entgegnen, um emotionale rechte Hinhälfte der in Rage befindlichen Person zu beruhingen und wieder an die rationale linke Hälfte heranzukommen, die blockiert ist, solange die Emotionen im Vordergrund stehen. Während ich am Anfang noch skeptisch war, ob das funktioniert, berichteten alle Gruppen (mich eingeschlossen) nach den Rollenspielen wie überarscht sie doch waren, wie effektiv diese Statements sind.
Diese Methoden in Verbindung mit einem groben Leitfaden, wie man die verschiedenen Persönlichkeitsstörungen erkennen kann, brachten einen enormen Wissensgewinn für alle Lebenslagen. Meine erste Anwendung im Privatleben war bei der Diskussion mit einem aufgebrachten Automechaniker, als es um die Verlängerung unserer Zulassung ging. Auch wenn viel Übung dazugehört, war es an dieser Stelle auch schon wirksam um wieder zurück zu einer sachlichen Diskussion zu kommen.
Die Hausarbeiten in diesem Kurs waren eine persönliche Reflektion der Kursinhalte auch mit Bezug auf Situationen aus der Vergangenheit, die man nun besser lösen kann, und (noch) eine wissenchaftliche Arbeit. Da es keine Abschlussprüfung in diesem Kurs gab, zählten beide 50% und forderten 3,750 Wörter. Das schlimmste in Verbindung mit den anderen Kursen war das Timing. In einem Zeitraum von 2 Wochen waren alle drei wissenschaftlichen Arbeiten fällig, was darin endete, dass ich jeweil eine Woche lang an einem der Assignments arbeitete und am Ende die Motivation echt stark nachlies. Von außen betrachtet war das allerdings meckern auf hohem Niveau verglichen mit meiner durchschnittlichen 45h Woche als Projekt-Manager 😅
 

Alles in allem war auch dieses zweite Trimester mit den Wahlkursen unglaublich wertvoll und unterstrich noch einmal dass die Entscheidung noch einmal aus dem Arbeitsleben zurück ins Studentenleben zu gehen, definitiv die richtige war, da es deutlich hilft eine Basis für das noch kommende Arbeitsleben zu haben, in dem man ja vielleicht irgendwann selbst Mitarbeiter führt oder sogar eine eigene Firma gründet. Im zweiten Trimester habe ich meinen "Distinction"-Schnitt gehalten und in Managing Under Uncertainty sogar ein High Distinction erreichen können. Das nächste Trimester-Review gibt es dann etwa im Mai. Jetzt steht erst mal die Sommerpause über zwei Monate an, in denen Reisen und Besucher auf der Tagesordnung stehen.

Im nächsten Beitrag geht es dann um eine Internationale Weihnachtsfeier in Australien 😋

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