Testing the Australian Health care system
In Deutschland war es üblicherweise Denise’ Hoheitsgebiet nach Phasen von großen Stress krank zu werden. In Australien hatten wir das System mal getauscht und ich begann an dem Wochenende, an dem wir unser Auto gekauft hatten, zu kränkeln. Was sich erst wie ein typischer grippaler Infekt anfühlte, wollte aber nach den typischen ersten 6 Tagen nicht wirklich besser werden, sondern wurde gefühlt immer schlimmer, da ich mittlerweile recht hohes Fieber hatte. So kam ich früher als gedacht oder eher als überhaupt geplant (wer plant schließlich krank zu werden) in den Genuss mal auszutesten wie das denn mit unserer australischen Krankenversicherung so funktioniert. Diese mussten wir nämlich schon zusammen mit der Annahme des Studienplatzes und den zugehörigen Gebühren buchen, da sie zwingende Voraussetzung für das Visum war. Zu zweit für die gesamte Studiendauer war das auch gar nicht mal so günstig und hat mit knapp 5000 AUD zugeschlagen, was umgerechnet etwa 3.200€ sind. Für Alleinreisende sind die Kosten übrigens nur ein Zehntel davon 😅.
Mit soviel Geld auf der Haben-Seite sollte das doch dann auch ein gutes Erlebnis werden bei meinem Test. Also fing ich an, mich etwas genauer zu informieren. Das reguläre Gesundheitssystem an sich funktioniert in etwa wie die deutsche private Krankenversicherung und das gilt für uns als vorübergehend im Land Lebende, wie auch für die Australier selbst. Man zahlt also in der Praxis direkt seine Rechnung, reicht die Rechnung bei der Krankenkasse ein, die dann (und jetzt kommt der Unterschied) einen je nach Art der Behandlung festgelegten Anteil der Kosten zurückerstattet. Man bleibt also in der Regel auf einem Teil der Kosten sitzen. Dieser Anteil kann sogar noch variieren, da die Ärzte einen gewissen Spielraum haben, ihren eigenen Kostensatz (über den von zentral festgelegten Satz) für Behandlungen festzusetzen. Da es mir schon seit Tagen ziemlich bescheiden ging, war mir das allerdings recht egal. Ich suchte mir einen Arzt in der Nähe aus und machte einen Termin in der Sprechstunde. Als ich an der Reihe kam, wollte ich (gewohnt von der deutschen Hektik im Sprechzimmer) eigentlich direkt loslegen meine Krankheitsgeschichte zu erzählen, wurde aber abgebremst durch einen leichten Small-Talk des Arztes der zunächst wissen wollte, was ich denn so mache und wo mein Akzent her stammt. Mit dem Wissen im Hintergrund, dass die Kosten der Behandlung, je nach Dauer in die Höhe steigen, war das noch komischer. Aber auch hier siegte die australische Gelassenheit 😊. Auf Basis meiner Schilderung wurde eine bakterielle Nasennebenhöhlen-Entzündung diagnostiziert (auch eigentlich Denise' Fachgebiet) und ich ging mit einem Rezept für ein Antibiotikum nach Hause.
Als sich nach 48h Einnahme weder mein Zustand, noch mein Fieber gebessert hatte, sondern eher am steigen war und das Antibiotikum auch noch einen Ausschlag hinterließ, entschieden wir uns eine Zweit-Meinung einzuholen. Da es bereits Samstag war blieb nichts außer dem ärztlichen Notdienst. Der wurde allerdings ohnehin von Denise Chefin empfohlen, dass einem dort besser geholfen würde. Nach eingehender Anamnese war die neue Diagnose nun die australische Grippe, die zu der Zeit dort Hochsaison hatte und auch meine absolute Abgeschlagenheit mit dem hohen Fieber und der Unwirksamkeit des Antibiotikums erklären würde. Um auf Nummer Sicher zu gehen, wurde allerdings noch ein Abstrich gemacht, dessen Ergebnis in den kommenden Tagen erwartet wurde. Der Vorteil an der Diagnose, ich konnte das Antibiotikum absetzen, auf das ich ohnehin allergisch war. Der Nachteil, ich musste meine Zustand noch ein paar Tage ertragen, auch wenn es am Montag anfangen sollte besser zu werden. Bei diesem Arztbesuch zeigte sich auch noch einmal die australische Offenheit und Güte, denn auch bei dieser Behandlung kamen wir oder eher Denise und der Arzt noch ein wenig ins Gespräch, wo wir denn herkamen und was wir schon so von der Gegend gesehen hätten. Da das noch recht wenig war, wurde das Rezept dann gleich noch mit Reisetipps erweitert, die wir doch unbedingt in Angriff nehmen sollten, wenn es mir wieder besser ginge. Für mich war das in diesem Moment etwas unpassend, denn ich wollte einfach nur irgendetwas haben, was es mir besser gehen lassen würde, aber im Nachhinein betrachtet einfach unvergleichbar mit Deutschland. Ich bekam übrigens eine Kombination aus Ibuprofen und Paracetamol verschrieben, was die Erkältungsmedizin in Australien zu sein scheint. Fast in jedem Medikament ist eines der beiden enthalten und liegt in der Rohform preislich auf einem geringeren Niveau als in Deutschland.
Die angekündigte Besserung ein paar Tage später traf leider nicht ein und ich quälte mich bis zum Dienstag weiter mit durch den Husten schlaflosen Nächten, hohem Fieber und totaler Abgeschlagenheit. Am Dienstag kam dann der rettende Anruf mit dem Ergebnis des Abstrichs. Überaschenderweise war auch die Grippe-Diagnose falsch. Stattdessen hatte ich wirklich einen bakteriellen Infekt, gegen den das erste Antibiotikum schlichtweg wirkungslos war 😅. Schnell hatte ich ein Rezept für das neue Antibiotikum und eine Salbe gegen den noch immer bestehenden Ausschlag. Und siehe da, bereits 12h nach dem Beginn der Einnahme sank das Fieber deutlich und ich fing nach 24-36h an mich besser zu fühlen, was mehr als nur willkommen war nach knapp zwei Wochen hohem Fieber, dass einen schon dahinrafft. Um die Genesung noch zu unterstützen, gab es Zwiebelsaft gegen den Husten nach Mutti's Rezept und eine kräftige Hühnersupper zwischendurch:
Alles in allem hat das australische Gesundheitssystem meinen Härtetest mehr oder weniger gut gemeistert. Von den Kosten der Arztbesuche wurden etwa 70% erstattet. Auf den Kosten für die Medikamente blieb ich leider sitzen, denn hier werden (zumindest bei unserer Police) Kosten erst, und dann auch nur anteilig übernommen, wenn das Medikament selbst mehr als 50 AUD (30€) kostet.
Für uns beide war dieser Zeitraum nicht nur aufgrund meiner Krankheit schwierig sondern auch durch die Einschränkung unserer sozialen Kontakte. Wir sahen drei Wochen lang quasi nur uns beide und unsere Wohnung. Denise ging zwar drei Tage die Woche arbeiten, aber ansonsten konnten wir quasi nichts unternehmen. Man hat innerhalb der kurzen Zeit ja noch nicht allzu viele soziale Kontake aufgebaut. Darüber hinaus war das Wetter im Juni einfach nur schrecklich. Es hat fast jeden Tag geregnet, war kalt und kaum trockene oder sonnige Tage dabei. Wenn es doch mal trocken war und es mir einigermaßen ging, nutzten wir die Gelegenheit zum Spazieren, um mal etwas anderes zu sehen:
Das zweite Bild zeigt übrigens auch wieder jede Menge kleiner Bluebottle Jellyfishes, die bei dem stürmischen Wetter angespült wurden.
Als es mir wieder soweit gut ging, dass ich mich auch gut dabei fühlte längere Strecken zu laufen, belohnten wir uns, dass wir auch diese Phase überstanden hatten mit einem weiteren leckeren Essen und probierten das Japanische Restaurant "Nagisa", dass auch eine klare Empfehlung ist:
Eine andere der sehr wenigen guten Seiten der langen Krankheit war, das ich eine ganze Stange Gewicht verloren hatte 😅 Eine andere daraus entstandene gute Seite, ich habe einen selbst gehäkelten Schal bekommen, da Denise zur Ablenkung in dieser Zeit die Leidenschaft für das Häkeln entdeckte 😜
Wenn ich schon Schnappschüsse hier hochlade gibts zum Abschluss noch einen von mir mit Kinesiotape gegen die schmerzenden Nebenhöhlen:
Im nächsten Beitrag geht es dann um den Besuch im Hunter Valley Zoo und hautnahen Erlebnissen mit Koalas und Kängurus.
Mit soviel Geld auf der Haben-Seite sollte das doch dann auch ein gutes Erlebnis werden bei meinem Test. Also fing ich an, mich etwas genauer zu informieren. Das reguläre Gesundheitssystem an sich funktioniert in etwa wie die deutsche private Krankenversicherung und das gilt für uns als vorübergehend im Land Lebende, wie auch für die Australier selbst. Man zahlt also in der Praxis direkt seine Rechnung, reicht die Rechnung bei der Krankenkasse ein, die dann (und jetzt kommt der Unterschied) einen je nach Art der Behandlung festgelegten Anteil der Kosten zurückerstattet. Man bleibt also in der Regel auf einem Teil der Kosten sitzen. Dieser Anteil kann sogar noch variieren, da die Ärzte einen gewissen Spielraum haben, ihren eigenen Kostensatz (über den von zentral festgelegten Satz) für Behandlungen festzusetzen. Da es mir schon seit Tagen ziemlich bescheiden ging, war mir das allerdings recht egal. Ich suchte mir einen Arzt in der Nähe aus und machte einen Termin in der Sprechstunde. Als ich an der Reihe kam, wollte ich (gewohnt von der deutschen Hektik im Sprechzimmer) eigentlich direkt loslegen meine Krankheitsgeschichte zu erzählen, wurde aber abgebremst durch einen leichten Small-Talk des Arztes der zunächst wissen wollte, was ich denn so mache und wo mein Akzent her stammt. Mit dem Wissen im Hintergrund, dass die Kosten der Behandlung, je nach Dauer in die Höhe steigen, war das noch komischer. Aber auch hier siegte die australische Gelassenheit 😊. Auf Basis meiner Schilderung wurde eine bakterielle Nasennebenhöhlen-Entzündung diagnostiziert (auch eigentlich Denise' Fachgebiet) und ich ging mit einem Rezept für ein Antibiotikum nach Hause.
Als sich nach 48h Einnahme weder mein Zustand, noch mein Fieber gebessert hatte, sondern eher am steigen war und das Antibiotikum auch noch einen Ausschlag hinterließ, entschieden wir uns eine Zweit-Meinung einzuholen. Da es bereits Samstag war blieb nichts außer dem ärztlichen Notdienst. Der wurde allerdings ohnehin von Denise Chefin empfohlen, dass einem dort besser geholfen würde. Nach eingehender Anamnese war die neue Diagnose nun die australische Grippe, die zu der Zeit dort Hochsaison hatte und auch meine absolute Abgeschlagenheit mit dem hohen Fieber und der Unwirksamkeit des Antibiotikums erklären würde. Um auf Nummer Sicher zu gehen, wurde allerdings noch ein Abstrich gemacht, dessen Ergebnis in den kommenden Tagen erwartet wurde. Der Vorteil an der Diagnose, ich konnte das Antibiotikum absetzen, auf das ich ohnehin allergisch war. Der Nachteil, ich musste meine Zustand noch ein paar Tage ertragen, auch wenn es am Montag anfangen sollte besser zu werden. Bei diesem Arztbesuch zeigte sich auch noch einmal die australische Offenheit und Güte, denn auch bei dieser Behandlung kamen wir oder eher Denise und der Arzt noch ein wenig ins Gespräch, wo wir denn herkamen und was wir schon so von der Gegend gesehen hätten. Da das noch recht wenig war, wurde das Rezept dann gleich noch mit Reisetipps erweitert, die wir doch unbedingt in Angriff nehmen sollten, wenn es mir wieder besser ginge. Für mich war das in diesem Moment etwas unpassend, denn ich wollte einfach nur irgendetwas haben, was es mir besser gehen lassen würde, aber im Nachhinein betrachtet einfach unvergleichbar mit Deutschland. Ich bekam übrigens eine Kombination aus Ibuprofen und Paracetamol verschrieben, was die Erkältungsmedizin in Australien zu sein scheint. Fast in jedem Medikament ist eines der beiden enthalten und liegt in der Rohform preislich auf einem geringeren Niveau als in Deutschland.
Die angekündigte Besserung ein paar Tage später traf leider nicht ein und ich quälte mich bis zum Dienstag weiter mit durch den Husten schlaflosen Nächten, hohem Fieber und totaler Abgeschlagenheit. Am Dienstag kam dann der rettende Anruf mit dem Ergebnis des Abstrichs. Überaschenderweise war auch die Grippe-Diagnose falsch. Stattdessen hatte ich wirklich einen bakteriellen Infekt, gegen den das erste Antibiotikum schlichtweg wirkungslos war 😅. Schnell hatte ich ein Rezept für das neue Antibiotikum und eine Salbe gegen den noch immer bestehenden Ausschlag. Und siehe da, bereits 12h nach dem Beginn der Einnahme sank das Fieber deutlich und ich fing nach 24-36h an mich besser zu fühlen, was mehr als nur willkommen war nach knapp zwei Wochen hohem Fieber, dass einen schon dahinrafft. Um die Genesung noch zu unterstützen, gab es Zwiebelsaft gegen den Husten nach Mutti's Rezept und eine kräftige Hühnersupper zwischendurch:
Alles in allem hat das australische Gesundheitssystem meinen Härtetest mehr oder weniger gut gemeistert. Von den Kosten der Arztbesuche wurden etwa 70% erstattet. Auf den Kosten für die Medikamente blieb ich leider sitzen, denn hier werden (zumindest bei unserer Police) Kosten erst, und dann auch nur anteilig übernommen, wenn das Medikament selbst mehr als 50 AUD (30€) kostet.
Für uns beide war dieser Zeitraum nicht nur aufgrund meiner Krankheit schwierig sondern auch durch die Einschränkung unserer sozialen Kontakte. Wir sahen drei Wochen lang quasi nur uns beide und unsere Wohnung. Denise ging zwar drei Tage die Woche arbeiten, aber ansonsten konnten wir quasi nichts unternehmen. Man hat innerhalb der kurzen Zeit ja noch nicht allzu viele soziale Kontake aufgebaut. Darüber hinaus war das Wetter im Juni einfach nur schrecklich. Es hat fast jeden Tag geregnet, war kalt und kaum trockene oder sonnige Tage dabei. Wenn es doch mal trocken war und es mir einigermaßen ging, nutzten wir die Gelegenheit zum Spazieren, um mal etwas anderes zu sehen:
Als es mir wieder soweit gut ging, dass ich mich auch gut dabei fühlte längere Strecken zu laufen, belohnten wir uns, dass wir auch diese Phase überstanden hatten mit einem weiteren leckeren Essen und probierten das Japanische Restaurant "Nagisa", dass auch eine klare Empfehlung ist:
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