Move-In days


Eineinhalb Wochen nachdem wir in Australien angekommen waren, konnten wir bereits unsere erste australische Wohnung übernehmen, soweit lief schonmal alles super. Die Wohnungsübergabe war für 09:30 Uhr angesetzt. Dieses Mal liefen wir zur Wohnung, da die Abholung des Mietwagens für den Transport von unserem Hab-und-Gut und dem ersten Einkauf wir erst auf 12 Uhr geplant war. 



In gewohnter deutscher Pünktlichkeit waren wir dann schon um 09:20 Uhr am Newcastle Beach und gingen kurz vor der ausgemachten Zeit zum Eingang des „security complex“. Naja... und da standen wir dann erst einmal eine Weile und wurden mit voranschreitender Zeit nervöser. Vielleicht war es ja nur die australische Pünktlichkeit, dachten wir uns. Als dann aber fast eine viertel Stunde später immernoch keiner da war, riefen wir die Property Managerin an, um uns zu versichern, dass wir nicht die falsche Zeit notiert hatten. Das war allerdings nicht der Fall, sondern dass wir schlicht weg am falschen Ort waren 😅. Die Wohnungsübergabe funktioniert in Australien nämlich auch anders, wie wir dann lernen sollten. Man trifft sich nämlich im Büro des Property Managements, um gemeinsam den Vertrag durchzugehen, offene Fragen zu klären und jede Menge Unterschriften zu leisten, bei wichtigen Dokumenten sogar auf jeder Seite. Also namen wir unsere Beine in die Hand und spurteten zum Büro des Property Managements, das zum Glück fußläufig erreichbar war. Nichts desto trotz, lag die Peinlichkeit erst ein mal auf unserer Seite. Im Büro angekommen wurden wir immerhin beruhigt, dass wir nicht die ersten gewesen seien, denen das passiert ist😊
Also konnte es fleißig ans Vertrag durchgehen und unterschreiben gehen. War das alles erledigt, wurden uns die Schlüssel und das Übergabeprotokoll überreicht. Das war vom Property Management schon vorausgefüllt und wir hatten dann eine Woche Zeit, um es anzuerkennen oder in einzelnen Punkten zu widersprechen. Zusätzlich gab es noch eine Inventarliste in der alle Mietgegenstände aufgelistet und mit Fotos dokumentiert sind, da wir die Wohnung ja möbliert mieten. Das australische Übergabeprotokoll selbst, war in unserem Fall ein über 50 seitiges Dokument, in dem zu jedem Raum der Zustand der Decke, Wände, Böden, Einrichtungsgegenstände, Lichtschalter, Steckdosen – kurz gesagt – einfach jeder Zentimeter der Wohnung detailliert inklusive Bildern beschrieben war. Vom Property Management war dann zu jedem Bereich noch ein Kästchen für „sauber“ und/oder „funktioniert“ angekreuzt und jeden Bereich mussten wir dann kommentieren, ob wir mit der Beurteilung übereinstimmen oder widersprechen. Bei letzterem konnten wir unseren Widerspruch begründen und es wurde angeraten Bilder mit Datumstempel als Beweis zu machen. Letzteres mussten wir öfter machen als gedacht, aber dazu später mehr. Mit den Schlüsseln in der Hand ging es freude-strahlend zu unserem neuen Heim am Strand, dass wir (zunächst) für die folgenden 6 Monate gemietet hatten. Da wir nicht sicher waren, ob wir uns in der Ein-Zimmer Wohnung nicht doch zu sehr auf die Nerven gehen würden. Die Miete selbst wird in Australien übrigens üblicherweise wöchentlich oder wahlweise zwei-wöchentlich im Voraus bezahlt, statt monatlich wie in Deutschland, aber zurück zur Wohnung: 
Wir waren zwar nicht das erste Mal da dennoch merkten wir jetzt erst noch einmal, was es heißt in einem Security Complex zu wohnen. Wir hatten sozusagen zwei Schlüssel, einen Transponder für die elektronisch aktivierten Schlösser, sowie einen regulären Schlüssel für die Wohnungstür. Damit bepackt ging es durch das massive Außentor, in den Raum zum Aufzug und im Aufzug dann in den fünften Stock, alles einzen aktiviert mit dem Transponder, ohne keine Chance des Zugangs. Später haben wir dann auch noch herausgefunden, dass wir noch nicht einmal in ein anderes Stockwerk mit dem Fahrstuhl fahren können als unseres bzw. dem Ausgang oder der Tiefgarage. Also alles sehr sicher.


In der Wohnung angekommen konnten wir dann anfangen alles genauer zu inspizieren, als wir es bei der Wohnungsbesichtigung gemacht haben. Auch konnten wir das erste Mal den Ausblick am Balkon genießen. Welcome home 😊


Da wir noch Zeit bis zum Abholen des Mietwagens hatten, fingen wir bereits an das Übergabeprotokoll durchzugehen. In der ein oder anderen Ecke bot sich uns ein nicht ganz so appetitlicher Anblick, den ich nicht wieter ausführen möchte sondern Bilder sprechen lasse:

Ohne kleinlich zu sein, fällt auf, dass es hier entweder keine Endreiningung gab oder nicht so viel Wert darauf gelegt wird, was nach Rücksprache mit unserem Host nicht der Fall war (auch er war beim Anblick einzelner Bilder entsetzt :D) Unsere Theorie verbeibt bis heute, dass der Vormieter entweder selbst verschwunden ist oder sogar rausgeschmissen wurde. So war schnell klar, dass wir zum einen mehr an Reiningungsarbeiten zu tun hatten als gedacht, aber auch mehr Einkaufen mussten als geplant, um uns wohlfühlen zu können. Aber wo alles kaufen? Bei der Suche nach Antworten auf diese Frage fanden wir BigW, was unser neuer Lieblingsladen werden sollte. Dort bekommt man nämlich alles außer Lebensmittel kurz zusammengefasst. Neben einem großen Bekleidungsbereich gibt es dort Küchenutensilien, Elektroartikel, Bett und Bad-Textilien, Decken und Kissen, Reinigungsmittel und Utensilien, Möbel, Campingartikel, Grills, Sportartikel, um zumindest ein grobes Bild zu erstellen. Also ging es mit dem abgeholten Mietwagen (dieses Mal auch Automatik 😊) direkt zu besagtem Laden. Das Ergebnis unseres ersten Shopping-Zugs seht ihr auf den folgenden Bildern:


Achso Essen mussten wir natürlich auch mal etwas. Unsere Wahl fiel auf Sushi-Rolls, die wir bis dato auch noch nicht kannten. Das Konzept ist einfach: Ungeschnittenes Sushi, das sich daher ideal als Snack zum Mitnehmen anbietet:


Frisch gestärkt ging es dann zurück zur Wohnung, wo erstmal Arbeit angesagt war: Alles bis ins kleinste Detail putzen, wischen und schrubben, sodass wir auch halbwegs angenehm die erste Nacht in unseren eigenen vier Wänden verbringen konnten. Ein paar Eindrücke davon zeigen die nächsten Bilder:


Nach getaner Arbeit ging es dann zu unserem Host, zum vorerst Verabschieden und Sachen holen. Natürlich war der Abschied von der luxuriösen Unterkunft mit super Ausblick und Lage und von unserem Host schwer, aber wir freuten uns dennoch unser neues Heim am Strand endgültig zu beziehen. Nach dem Abendessen bei KFC (wir wollten eigentlich zu PizzaHut, die hatten aber anscheinend vor kurzem geschlossen) fielen wir entsrechend geschafft aufs Sofa und ins schön mit neuen Kissen und Decke eingerichtete Bett. Den Lebensmittel-Einkauf verschoben wir auf den nächsten Tag.


Gut Ausgeschlafen und nach einem ersten Frühstück ging es dann an den nächsten Lebensmittel-Einkauf, der (wie nicht anders zu erwarten) entsprechend groß ausgefallen ist. Was man an dieser Stelle noch erwähnen kann, ist dass das Personal an den bedienten Kassen den Einkauf immer direkt in (zu diesem Zeitpunkt, noch) Tüten verpackt, was bei einem Großeinkauf natürlich ein willkommener Service ist:

Der zweite Tag in der Wohnung verlief ähnlich wie der erste. Es gab noch eine Menge sauber zu machen, aber das Ergebnis konnte sich definitiv sehen lassen, unser neues Wohlfühl-Zuhause am Strand:


Unser Esstisch und Stühle sind übrigens unsere Balkonmöbel. Die richtige Garnitur hatten wir dann doch bei Amazon bestellt :D Am Abend gönnten wir uns daher zur Feier der Tage und als Belohnung für die getane Arbeit ein Essen im Queens Wharf Hotel:

Im nächsten (wieder etwas kürzeren) Beitrag testen wir das erste Mal die Sportmöglichkeiten unserer neuen Umgebung.

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